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Südafrika war das Thema eines Weinabends mit Freunden, bei dem jeder ein Herkunftsgebiet vorgegeben bekommen hatte, aus dem er – mindestens – einen Wein mitbringen sollte. Die Weinart (weiß, rot, rosé) sowie sämtliche anderen Attribute waren dabei völlig freigestellt. So hatten wir insgesamt fünf Weißweine und vier Rotweine aus der Coastal Region, der Breede River Valley Region und der Olifants River Region zu verkosten.

Freitagabend. Ein Kreis von vinophilen Menschen – teilweise verkaufen sie Wein, teilweise schreiben sie über Wein, alle trinken sie gerne Wein – trifft sich in einer Wohnung im 9. Wiener Bezirk, um ein paar Entdeckungen zu machen, sich auszutauschen und es sich gut gehen zu lassen.

Anlässlich der VieVinum fuhr ich Anfang Juni nach Wien und verlängerte meinen Aufenthalt nach den drei Messetagen noch um fast eine weitere Woche. Obwohl diese Tage offiziell Urlaub waren, probierte ich auch hier viele – vorzugsweise gereifte – Weine, besuchte Weingüter und gewann neue vinophile Kontakte.

Man kann mir für diesen Blogbeitrag Kleingeistigkeit und Polemik vorwerfen, weil er durchaus in einer überheblichen „Das-tut-man-nicht“-Attitüde daherkommt, aber er liegt mir am Herzen. Denn seit Wochen regt mich zunehmend die Unsitte auf, dass Weingläser – die üblicherweise einen Stiel haben – am Kelch angefasst werden.

Nein, hier geht es nicht um senile Damen, imaginäre Geburtstagsgäste und ausgestopfte Raubkatzen. Ich war auf einer Konferenz in Kopenhagen und konnte aus organisatorischen Gründen – die hier weiter keine Rolle spielen sollen – nicht an der offiziellen Abendveranstaltung teilnehmen. Mein Alternativprogramm bestand im Besuch des Hotel-Gourmetrestaurants, wo ich das Spezialangebot in Form eines dänischen Dreigangmenüs mit Weinbegleitung inklusive Aperitif, Wasser und Kaffee wählte.